Um einen zuverlässigen Betrieb der IT, 24-Stunden am Tag, 7 Tage die Woche zu gewährleisten, sind auf einander abgestimmte Sicherheitsvorkehrungen notwendig. In hochverfügbaren IT-Strukturen zählen Redundanzen in der Klimatechnik und eine unterbrechungsfreie Stromversorgung sowie regelmäßige Wartungen ohne den Betrieb zu stoppen zu den Standardmaßnahmen. Auch ein intelligenter anlagentechnischer Brandschutz kann Brandrisiken vorbeugen und Personenschutz, Umweltschutz und Sachwertschutz gewährleisten. Basisschutz bieten hoch sensible und täuschungsalarmsichere Ansaugrauchmelder in der Brandmeldeanlage. Ergänzend schützt im Ernstfall eine automatische Gaslöschanlage mit Stickstoff, die rückstandsfrei und effizient den Brand erstickt. Eine Vielzahl von Rechenzentrumsbetreibern setzt auf freie Kühlung, um die hohen Energiekosten in den Griff zu bekommen. Auch hierfür bietet WAGNER individuelle Brandschutzlösungen an, die nicht nur ein höchstes Maß an Sicherheit bieten, sondern auch auf ein Stromlosschalten im Brandfall verzichten können.

Aktive Brandvermeidung mit OxyReduct®

Das Brandschutzkonzept von WAGNER setzt auf aktive Brandvermeidung mit der Sauerstoffreduzierungsanlage OxyReduct®. Das aktive Brandvermeidungssystem senkt die Sauerstoffkonzentration innerhalb des Schutzbereiches von den in normaler Umgebungsluft enthaltenen 20,9 Vol.-% auf ein reduziertes Schutzniveau ab. Das geschieht, indem dem Bereich kontrolliert Stickstoff zugefügt wird. Damit wird dem Brand sprichwörtlich „die Luft zum Atmen“ genommen, eine weitere Brandentwicklung ist nicht mehr möglich. Der dafür benötigte Stickstoff wird umweltschonend und kosteneffizient direkt vor Ort aus der Umgebungsluft gewonnen.

Wie stark der Gehalt an Sauerstoff gesenkt werden muss, wird immer im Hinblick auf die vorherrschenden Materialien und deren unterschiedlicher Entzündungsgrenzen entschieden. Für den IT-Bereich werden die Entzündungsgrenzen der vorhandenen Stoffe und die erforderliche Auslegungskonzentration der Sauerstoffreduzierungsanlage in der VdS 3527 geregelt. In anderen Schutzbereichen wird die benötigte Sauerstoffkonzentration durch Brandversuche von WAGNER bei Bedarf individuell ermittelt. Zudem muss beachtet werden, ob eine freie Begehbarkeit für das Personal oder für Kunden jederzeit gewährleistet sein muss oder nicht. So kommen unterschiedliche Brandschutzkonzepte – teils mit mehrstufigen Sauerstoffreduzierungen – zum Einsatz, die ihrer Umgebung und dem geforderten Schutzziel optimal angepasst sind.

Schwelbrände detektieren: Brandfrüherkennung mit TITANUS® Ansaugrauchmeldern

Zur Überwachung der Räumlichkeiten einer IT-Anlage hinsichtlich des Brandschutzes ist eine automatische Brandmeldeanlage (BMA) zu installieren. Für Planung und Einbau automatischer Brandmeldeanlagen sind die VdS Richtlinien 2095 zu beachten. Häufig werden punktförmige Rauchmelder (Punktmelder) für die Überwachung von IT-Bereichen eingesetzt. Dabei ist wichtig, dass diese auf den zu überwachenden Bereich sowie auf die zu erwartenden Brandkenngrößen abgestimmt sind. Die Brandfrüherkennung in klimatisierten IT-Bereichen mit herkömmlichen Punktmeldern gestaltet sich schwierig, da die Brandkenngröße durch die Zuluft verfälscht wird. Folglich detektieren die Brandmelder einen Brand erst bei einer gewissen Brandentwicklung. Aktiven Schutz im IT-Bereich geben Ansaugrauchmelder (früher Rauchansaugsysteme) mit einer hohen Ansprechsensibilität, die einen Brand schon in der Entstehungsphase trotz hoher Luftströme detektieren. Die TITANUS® Ansaugrauchmelder von WAGNER sorgen für zuverlässige Brandfrühesterkennung und damit den entscheidenden Zeitvorteil: Bereits 2 Gramm stoffliche Umsetzung innerhalb von 180 Sekunden reichen aus, damit das System anschlägt. Verschiedene Alarmschwellen ermöglichen das Differenzieren von verschiedenen Brandsituationen, entsprechend können die Reaktionen auf den jeweiligen Brandfall angepasst werden. Die Brandfrüherkennung sorgt dafür, die Folgen eines Entstehungsbrandes frühzeitig einzudämmen und mögliche Schäden auf ein Minimum zu reduzieren.

Zweimeldungsabhängigkeit gegen Täuschungsalarme

Das Ansaugrauchmeldesystem kann in Zweimeldungsabhängigkeit ausgeführt werden, um eine automatische Löschanlage im Brandfall zu detektieren. Damit erfüllt sie die Vorgaben der VDE 0833-2, dass zwei unabhängige Melder einen Brandalarm signalisieren.

Erhöhte Sensibilität durch Sammeleffekt

Ansaugrauchmelder arbeiten mit dem sogenannten Sammeleffekt, der auftritt, wenn sich mehrere Ansaugöffnungen in einem Raum befinden und gleichzeitig Rauch aufnehmen. Die Ansprechsensibilität eines Ansaugrauchmelders wird damit stark begünstigt. Konventionelle, punktförmige Rauchmelder dagegen lösen erst Alarm aus, wenn ein zuvor definierter Rauchdichtewert oder ein Rauchdichteanstieg überschritten wird. Ansaugrauchmelder hingegen erkennen auch verwirbelte Rauchpartikel innerhalb eines Raums zuverlässig.

Einrichtungsüberwachung mit TITANUS® Ansaugrauchmeldern

Neben der Raumüberwachung werden sinnvollerweise die Einrichtungen, wie zum Beispiel Schalt-, Serverschränke oder Mess- und Steuereinrichtungen, die in der Regel die Brandquelle, wenn nicht sogar die Brandursache darstellen, mittels Früherkennung auf Brandentstehung überwacht. Die Ansaugrauchmeldesysteme von WAGNER können so beispielsweise entlang der Serverracks verbaut werden, um dort frühzeitig zu detektieren, wo die Brandgefährdung am höchsten ist. Mit dem System TITANUS RACK·SENS® bietet WAGNER außerdem eine spezielle Lösung für den Einbau in EDV-, Server- und Schaltschränken. Das integrierte System zur Branderkennung und –bekämpfung bietet eine kostengünstige Überwachung von bis zu 5 Schränken mit einem System. Das System eignet sich für Geräte mit 44,45 mm Bauhöhe (1HE) mit externer Löschung oder für Geräte mit 88,9 mm Bauhöhe (2HE) mit integrierter Löschung.

Planung Brandschutz für IT-Bereiche

Damit die Schadensverhütung im IT-Bereich wirkungsvoll ist, kommt es darauf an, dass alle dafür ergriffenen Maßnahmen mit den Schutzzielen des jeweiligen Betriebes abgestimmt sind und entsprechend kombiniert werden.

Als Grundlage für die Planung von zu ergreifenden Sicherheitsmaßnahmen z. B beim Bau eines Serverraums kann der IT-Grundschutz des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zugrunde gelegt werden. Der Grundschutz beschreibt ein Vorgehen, um Sicherheitsmaßnahmen für IT-Bereiche zu identifizieren und umzusetzen. Er zielt darauf ab, für IT-Bereiche ein angemessenes Schutzniveau zu ermitteln und gibt in Katalogen Empfehlungen hinsichtlich technischer, organisatorischer oder personeller Schutzmaßnahmen.

Sowohl bauliche Brandschutzmaßnahmen wie die Verwendung nichtbrennbarer Baustoffe und Materialien sowie die bauliche Trennung von Brandabschnitten z. B. durch eine Brandschutztür ist vorzusehen. Darüber hinaus müssen organisatorische Maßnahmen wie beispielsweise die Aufstellung von Rettungswegeplänen und Feuerwehrplan getroffen werden. Neben anlagentechnischen Maßnahmen wie eine Zutrittskontrolle gilt es eine Brandmeldeanlage (BMA) sowie eine Feuerlöschanlage (FLA) im IT-Bereich zu planen. Damit die verschiedenen Maßnahmen aus baulichem, organisatorischem und anlagentechnischem Brandschutz sinnvoll ineinandergreifen und die Schutzziele erfüllen, ist die frühzeitige Aufstellung eines ganzheitlichen Brandschutzkonzeptes zu empfehlen. Bereits bei Planung eines Rechenzentrumsbaus sollte definiert werden, an welcher Stelle Brandabschnitte gesetzt werden, wo brennbare Materialien vorkommen oder wo sich ein Doppelboden zum Verlegen von Rohrsystemen für die Brandfrüherkennung eignet.   Hierfür sollten bereits in der Planungsphase einer IT-Anlage Brandschutz-Spezialisten zu Rate gezogen werden.

Wichtige VdS-Richtlinien für Brandmeldeanlagen, Sauerstoffreduzierungs- und Feuerlöschanlagen

  • VdS 2095 Richtlinien für automatische Brandmeldeanlagen – Planung und Einbau
  • VdS 3527 Richtlinien für Inertisierungs- und Sauerstoffreduzierungsanlagen – Planung und Einbau
  • VdS 2093 CO2-Feuerlöschanlagen, Planung und Einbau
  • VdS 2304 Einrichtungsschutz für elektrische und elektronische Systeme, Richtlinien für Planung und Einbau
  • VdS 2380 Planung und Einbau von Löschanlagen mit nicht-verflüssigten Inertgasen
  • VdS 2381 Planung und Einbau von Löschanlagen mit halogenierten Kohlenwasserstoffen
  • VdS 2496 Richtlinien für die Ansteuerung von Feuerlöschanlagen

Systeme kombinieren

Mit dem Gefahrenmanagement VisuLAN® können verschiedene Gebäudetechnik-, Kommunikations- und Sicherheitssysteme zentral überwacht und gemanagt werden. Sicherheitsrisiken und Bedienfehler werden minimiert. Im Ernstfall können umgehend die richtigen Maßnahmen eingeleitet werden, um größeren Schaden abzuwenden.

Für den Brandfall sollte eine automatisch auslösende Feuerlöschanlage im IT-Bereich installiert sein.  WAGNER setzt vor allem auf Gaslöschanlagen mit Inertgasen, da diese rückstandsfrei und effizient löschen. Außerdem sind diese Gase nicht korrosiv oder elektrisch leitend. Während des Löschvorgangs wird der Schutzbereich über die Löschanlage unter hohem Druck mit Gas geflutet. Bei herkömmlichen Löschanlagen besteht dabei die Gefahr, dass empfindliche Komponenten beschädigt werden. Dafür hat WAGNER eine Lösung entwickelt: Zum Schutz von geräuschempfindlichen Komponenten bietet das Unternehmen einen speziell entwickelten Schalldämpfer (FirExting® SILENT), der dafür sorgt, dass der Schalldruck beim Einströmen des Löschgases durch die Löschdüsen gedämpft wird. Der Schalldruck von sonst über 130 dB(A) wird dabei auf rund 98 dB(A) reduziert. Auch für innenliegende Räume können mit dem optionalen Durchflussregler von WAGNER Softflutungen realisiert werden, um die Druckentlastungsflächen zu verkleinern.