Die hohe Dichte an elektrischen und elektronischen Komponenten im Data Center kann zu Kabelkurzschlüssen und Schwelbränden führen. Schwelbrände bleiben dabei, bedingt auch durch die hohe Luftumwälzung der klimatisierten Raumluft, häufig unentdeckt und können sich fast unbemerkt über mehrere Tage entwickeln. WAGNER hat bereits 1984 erste Rauchansaugmeldesysteme konzipiert, die auf die Anforderungen im Rechenzentrum ausgelegt wurden. Firmengründer und Geschäftsführer Dipl.-Ing. Werner Wagner erinnert sich:

Es gab einen Brand im Rechenzentrum, und trotz starken Qualms gingen die Brandmelder nicht an, die ein anderes Unternehmen installiert hatte. Das war ein ganz klarer Konstruktionsfehler, denn die Luft wurde in dem Rechenzentrum zur Kühlung so schnell umgewälzt, dass die Sensoren gar nicht ansprechen konnten. Die Anlage entsprach den VdS-Normen, aber man kann auch „normgerecht“ abbrennen. Der Rauch kam einfach aufgrund der hohen Luftströme nicht an die Melder heran. Mit diesem Risiko wollte das Rechenzentrum nicht leben. Darum haben wir eine neue Technik entwickelt, die direkt an den Rechenanlagen installiert wurde. Aus den Geräten heraus haben wir eine Teilluftmenge detektiert. Nach 18 bis 20 Sekunden sprach unsere Technik an.

Die patentierte und seit Jahren bewährte TITANUS® Ansaugrauchmelder-Familie deckt höchste Sensibilitäten ab und bietet mit dem TITANUS RACK·SENS® einen maßgeschneiderten Melder zur einfachen Integration in Server bzw. zur Implementierung in Serverschränke. Die sensiblen und zuverlässigen Ansaugrauchmelder werden zum Raum- und Einrichtungsschutz verbaut und sorgen in Kabelkanälen für vorbeugenden Schutz. Dank der frühestmöglichen Detektion geringster Mengen Rauchpartikel mittels der Brandfrühesterkennung wird ein Zeitvorteil erlangt, der ein frühzeitiges Handeln ermöglicht, um den Schaden möglichst gering zu halten.

Dank LOGIC·SENS Technologie werden Brände in der Entstehungsphase täuschungsalarmsicher erkannt, auch wenn ein Feuer noch gar nicht zu sehen ist.

Rückstandsfreies Löschen mit Gaslöschanlage FirExting® im Rechenzentrum

Im Falle einer Alarmierung der Brandmeldeanlage über die Brandmelderzentrale haben sich zur Brandbekämpfung gasförmige Löschmittel für Datacenter und Serverraum bewährt. WAGNER setzt je nach Anforderung CO2-Löschanlagen, auf Anfrage auch Novec 1230 und vorzugsweise Stickstoff ein.

Sobald die Löschanlagen das Inertgas Stickstoff im Brandfall in den Löschbereich einleiten, verdrängt es den Gehalt an Sauerstoff in der Luft, sodass der Brand erlischt. Die Gaslöschanlage FirExting® von WAGNER arbeitet dank des Gases effizient und rückstandsfrei. Stickstoff ist nicht toxisch und weist als natürlicher Bestandteil der Atemluft (78 Vol.-%) eine ähnliche Dichte wie diese auf. Im Brandfall verteilt sich das Inertgas Stickstoff schnell und homogen im Löschbereich und hinterlässt keine Rückstände. Einfach und platzsparend gestaltet sich außerdem die Bevorratung des Stickstoffs in Löschmittelbehältern.

Schallschutz sichert IT vor Vibrationen

Damit Gaslöschanlagen einen Brand schnell und effektiv löschen können, flutet die Anlage den Schutzbereich unter hohem Druck mit Inertgas. Der hohe Druck stellte beim Brandschutz mit herkömmlichen Gaslöschanlagen oft ein Problem dar: Das schnelle Einströmen des Gases verursacht häufig ungewollte Vibrationen, die wiederum Schäden an Festplatten zur Folge haben können. Der Brandschutz von WAGNER beugt Vibrationen bei Auslösen der Gaslöschanlage durch den Einsatz eines speziell entwickelten Schalldämpfers vor. Der Schalldruckschutz wird an den Löschdüsen der Anlage montiert und senkt den Schalldruck auf circa 98 dB(A). Das Brandschutzsystem FirExting® SILENT verfügt über die VdS-Geräteanerkennung.
Zusätzlich können bei innenliegenden Räumen oder zur Reduzierung der Druckentlastungsflächen Durchlassregler an den Löschflaschenbehälter eingesetzt werden. Die sogenannte Softflutung bewirkt eine gleichmäßige Flutung des Schutzbereichs und verhindert Druckspitzen zu Beginn des Löschvorgangs.

Vorbeugender Brandschutz im Rechenzentrum mit aktiver Brandvermeidung OxyReduct®

Nach Löschung eines Brandes kann der anschließende Einsatz der aktiven Brandvermeidung OxyReduct® sinnvoll sein, um Rückzündungen nach dem Löschen zu verhindern. Die Sauerstoffreduzierungsanlage sorgt dafür, dass die nach Löschung erzielte geringe Sauerstoffkonzentration für theoretisch unbegrenzte Zeit gehalten werden kann, ein Wiederaufflammen eines Brandes verhindert und ein Stromlosschalten damit nicht notwendig ist.

Das Brandschutzsystem OxyReduct® von WAGNER generiert aus der Umgebungsluft Stickstoff, führt diesen über die Lüftungsanlage in den Schutzbereich ein und senkt dort kontinuierlich den Sauerstoffanteil im Schutzbereich auf eine stark brandhemmende Atmosphäre ab. Bei 15,9 Vol.-% O2 ist die Entzündungsgrenze typischer IT-Materialien unterschritten und ein Brand kann sich nicht mehr entwickeln bzw. ausbreiten.

Zweistufiges Konzept: Ständig unter Strom und bestens geschützt

Das Brandschutzkonzept speziell für den Einsatz in Rechenzentren bietet eine Alternative zum Stromlosschalten im Brandfall und verhindert das Risiko von Rückzündungen. Zu jeder Zeit sorgt das System für verlässlichen Schutz vor Feuer und brandbedingten Folgeschäden und kann damit eine dauerhafte Verfügbarkeit des Rechenzentrums sicherstellen.

Die Brandschutzlösung der Zukunft vereint die Vorteile der eigens entwickelten und jahrelang erprobten WAGNER-Systeme:

  • Frühestmögliche Branddetektion mit dem Ansaugrauchmelder TITANUS®, um frühzeitig Gegenmaßnahmen einzuleitenBrandbekämpfung mit dem
  • Gaslöschsystem FirExting®, um bei einer Brandentstehung und -ausbreitung das Sauerstoffniveau möglichst schnell herabzusenken
  • Sauerstoffreduzierungssystem OxyReduct®, um ein geringes Sauerstoffniveau im Schutzbereich aufrecht zu halten

Mit dieser Verknüpfung der modernen und innovativen Systeme wird intelligenter Brandschutz im Rechenzentrum neu definiert: Zweistufiges Konzept

Systeme kombinieren

Mit dem Gefahrenmanagement VisuLAN® können verschiedene Gebäudetechnik-, Kommunikations- und Sicherheitssysteme zentral überwacht und gemanagt werden. Sicherheitsrisiken und Bedienfehler werden minimiert. Im Ernstfall können umgehend die richtigen Maßnahmen eingeleitet werden, um größeren Schaden abzuwenden.