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Ein Mann und eine Frau lächeln freundlich in die Kamera. Sie stehen auf einem Messestand

Interview mit AutoStoreTM

Brandschutz in AutoStoreTM Behälterkompaktlagern

Resilienz, Betriebskontinuität und die Zukunft sicherer Lagerautomation

Mit der wachsenden Bedeutung robotergestützter Behälterkompaktlager für die Verfügbarkeit logistischer Prozesse gewinnt auch der vorbeugende Brandschutz zunehmend an strategischer Relevanz. Auf der LogiMAT 2026 in Stuttgart diskutierten Ivar Fjeldheim (Captain of Innovation) und Dr.-Ing. Ingunn Haraldseid (Director Product Safety) von AutoStore™ gemeinsam mit den WAGNER-Experten Dirk Band und Cordula Krause-Widjaja darüber, wie Innovation, Resilienz und vorbeugender Brandschutz die nächste Generation von Lagerlösungen prägen werden.

1. Könnten Sie zu Beginn kurz erläutern, wofür AutoStore steht?

Ivar Fjeldheim: „AutoStore steht für ein hochautomatisiertes Behälterkompaktlager, das sich grundlegend von herkömmlichen Lagersystemen unterscheidet. Bereits das Design ist disruptiv: Es gibt keine Gänge, keine Laufwege und keine herkömmlichen Zugangswege. Diese Kompaktheit und die Automatisierung ermöglichen es den Kunden, die Lagerdichte und Effizienz zu maximieren, erfordern aber gleichzeitig eine völlig andere Denkweise in Bezug auf Sicherheit, Brandschutz und Systemauslegung. AutoStore entwickelt seine Technologie kontinuierlich weiter und übernimmt Verantwortung nicht nur für die Lagereffizienz, sondern auch dafür, wie solche Systeme über Jahrzehnte hinweg sicher betrieben werden können.“

2. Welche Rolle spielt Sicherheit in Ihrem Gesamtkonzept?

Ivar Fjeldheim: „Sicherheit spielt im AutoStore-Konzept eine zentrale Rolle. Wir betrachten Sicherheit nicht als Zusatzfunktion, sondern als integralen Bestandteil der Systemkonzeption und des langfristigen Kundennutzens. Der Schutz von Menschen, Gütern und der Geschäftsprozessen ist von entscheidender Bedeutung.“

Ingunn Haraldseid: „AutoStore investiert intensiv in Tests, Zertifizierungen und Forschung, um sicherzustellen, dass die Systeme nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Praxis sicher sind. Im Bereich des Brandschutzes bedeutet dies, das Brandverhalten in Behälterkompaktlagern zu verstehen und die Auswirkungen verschiedene Schutzkonzepte auf Betreiber, Feuerwehrleute und Versicherer ganzheitlich zu bewerten.“

3. Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht der Brandschutz – sei es die Branderkennung oder die Brandvermeidung – für Betreiber von automatisierten Behälterkompaktlagern?

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„Der Brandschutz ist von entscheidender Bedeutung, insbesondere für Betreiber, die auf ein oder nur wenige Lagerhäuser zurückgreifen können. Fällt eine solche Anlage aus, muss das Unternehmen unter Umständen innerhalb weniger Tage den Betrieb einstellen. Beim Brandschutz geht es daher nicht nur um den Schutz der Waren, sondern um den Schutz des gesamten Geschäftsmodells.“

Ivar Fjeldheim

Captain of Innovation at AutoStoreTM

Ingunn Haraldseid: „Zahlreiche tragische Vorfälle zeigen, dass Brände in Lagerhallen enorme Verluste, erhöhte Versicherungskosten und in manchen Fällen sogar das Aus für ein Unternehmen bedeuten können. Vorbeugender Brandschutz hilft den Betreibern dabei, ihre Resilienz zu stärken und die Betriebskontinuität aufrechtzuerhalten.“

4. Gibt es spezifische Brandrisiken oder Herausforderungen? Und welche Strategien verfolgt AutoStore, um Brandrisiken bereits während des Planungsprozesses zu minimieren?

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„Automatisierte Lager- und Bereitstellungssysteme (ASRS) stellen besondere Herausforderungen für den Brandschutz dar, da sich das Brandverhalten je nach Technologie und Konfiguration erheblich unterscheiden kann. Faktoren wie Lagerdichte, Materialzusammensetzung, Systemarchitektur und Luftströmung können die Brandentwicklung und die Wirksamkeit der Brandbekämpfung beeinflussen. Das bedeutet, dass herkömmliche Annahmen zur Lagerplanung nicht immer zutreffen.“

Ingunn Haraldseid

Director Product Safety at AutoStoreTM

Ingunn Haraldseid:  "Um Risiken zu minimieren, berücksichtigt AutoStore bereits in der frühen Planungsphase sicherheitsrelevante Aspekte und setzt auf umfangreiche Brandversuche unter realistischen Bedingungen sowie auf empirische Daten anstatt auf Annahmen. Wir testen kontinuierlich verschiedene Brandszenarien, Materialien und Schutzmaßnahmen. Durch das Verständnis des Systemverhaltens bei echten Bränden können wir bei AutoStore Lösungen entwickeln, die Risiken reduzieren und es Feuerwehrleuten und Betreibern erleichtern, Vorfälle sicher zu bewältigen."

5. Was macht aus Ihrer Sicht das Sauerstoffreduzierungssystem von WAGNER zu einer optimalen Ergänzung für AutoStore-Lösungen, und wie lässt sich die WAGNER-Lösung in die Systemarchitektur von AutoStore integrieren?

Ivar Fjeldheim: „Die Sauerstoffreduktion kann bei Projekten eine optimale Ergänzung sein, da sie gut mit dem geschlossenen, kompakten Aufbau von AutoStore-Systemen harmoniert. In vielen Fällen schützt die Sauerstoffreduzierung nicht nur das System, sondern ermöglicht sogar Projekte, die aufgrund von Platzmangel, Wasserschutzzonen, Grundwasserproblemen oder fehlendem Platz für Wasserrückhaltebecken sonst nicht realisierbar wären.
Wir betrachten WAGNER als Wegbereiter: In den vielen Fällen, in denen eine Sauerstoffreduktion sinnvoll ist, ermöglicht sie sowohl dem Anlagenbetreiber als auch dem Integrator, das Projekt mit größtmöglicher Sicherheit zu realisieren. Das OxyReduct®-System wird zu einem integralen Bestandteil der gesamten Lagerarchitektur. Es arbeitet nahtlos im Hintergrund. Die Integration ist verhältnismäßig unkompliziert, da nur eine begrenzte Anzahl von Komponenten wie das Rohrsystem, Sensoren und Stickstoffgeneratoren erforderlich ist. Außerdem sind nur minimale physische Schnittstellen zu unseren Förderanlagen notwendig. Im Vergleich zu großen Sprinkleranlagen, wie sie beispielsweise in Hochregallagern zum Einsatz kommen, kann die Sauerstoffreduzierung technisch einfacher sein, insbesondere wenn bereits eine geschlossene Einhausung um das System herum vorhanden ist. Durch diese Lösung können wir unseren Kunden maximale Lagereffizienz, Systemverfügbarkeit und Anlagenschutz bieten.“

6. Welche Vorteile sehen Sie für Betreiber in Bezug auf Sicherheit, Betriebskontinuität und den Schutz ihrer Investitionen?

Ingunn Haraldseid: „Betreiber profitieren von einer deutlich höheren Ausfallsicherheit. Vorbeugender Brandschutz verringert die Wahrscheinlichkeit katastrophaler Brände. Er minimiert Ausfallzeiten und trägt zum Schutz hochwertiger Güter bei, die gegenüber Wasserschäden besonders empfindlich sind. Kunden, die sich für Sauerstoffreduzierungssysteme entschieden haben, sind in der Regel sehr zufrieden, sobald das System in Betrieb ist. Klare Zugangs- und Betriebsverfahren sorgen dafür, dass Sicherheitsbedenken im täglichen Betrieb nicht zur Herausforderung werden.“

Ivar Fjeldheim: „Langfristig tragen vorbeugende Lösungen dazu bei, Investitionen zu sichern und zu gewährleisten, dass Unternehmen über viele Jahre, ja sogar Jahrzehnte hinweg betriebsfähig bleiben. Statistiken von Versicherungsgesellschaften zeigen, dass sich viele Unternehmen nach schweren Lagerbränden nie wieder erholen. Vorbeugender Brandschutz wirkt diesen Brandrisiko direkt entgegen.“

7. Bei AutoStore haben Sie viele neue Entwicklungen vorangetrieben, wie beispielsweise das „Frozen-Only Grid“, und Sie ermitteln durch strategische Planung und umfangreiche Tests die optimalen Brandschutzlösungen für jedes neue System. Ist präventiver Brandschutz Ihrer Ansicht nach auch die optimale Lösung für Tiefkühlumgebungen?

Ivar Fjeldheim: „Ja, präventiver Brandschutz kann für Tiefkühlumgebungen besonders gut geeignet sein. Tiefkühl- und Kühlanwendungen sind aufgrund der Anforderungen an Isolierung und Temperaturhaltung häufig bereits sehr dicht und nahezu vollständig abgeschlossen. Das macht die Sauerstoffreduktion zu einer sehr attraktiven Option. Im Konzept des Frozen-Only-Grid können die Waren bei sehr niedrigen Temperaturen gelagert werden, während Roboter in Umgebungs- oder Kühlzonen arbeiten. 
Sprinkleranlagen stellen in solchen Umgebungen eine technische Herausforderung dar, während sich die Sauerstoffreduzierung gut in geschlossene Tiefkühlbereiche integrieren lässt. AutoStore arbeitet kontinuierlich daran, diese Konzepte weiterzuentwickeln, da die Nachfrage nach automatisierten Lösungen für Tiefkühl- und Kühlanwendungen weltweit weiter wächst.“

8. Wie wichtig sind versicherungstechnische Aspekte in Ihren Kundengesprächen, insbesondere im Hinblick auf Brandschutz und Lösungen wie die Sauerstoffreduktion?

Ingunn Haraldseid: „Versicherungstechnische Aspekte spielen eine wichtige Rolle und gewinnen zunehmend an Bedeutung. Versicherungsgesellschaften legen immer mehr Wert auf den Brandschutz in automatisierten Lagersystemen und fordern mehr Daten, transparente Erläuterungen und einen intensiven fachlichen Dialog. In immer mehr Fällen arbeiten wir proaktiv mit Versicherern zusammen und teilen Testergebnisse und Forschungsdaten, um Vertrauen und Verständnis aufzubauen. 
Wir beobachten, dass sich die Denkweise der Versicherungsgesellschaften ändert, da Lagerhäuser immer automatisierter, dichter und technologisch komplexer werden. Daher wird es immer wichtiger, das Brandverhalten von automatisierten Lager- und Retrieval-Systemen (ASRS) zu verstehen. Auch wenn Systeme auf den ersten Blick ähnlich erscheinen mögen, können kleine Unterschiede in der Konstruktion, bei den Materialien oder in der Lagerkonfiguration das Brandverhalten erheblich beeinflussen, sodass systemspezifische Tests und Überprüfungen für die Festlegung geeigneter Brandschutzlösungen unerlässlich sind.“

9. Möchten Sie noch etwas hinzufügen?

Ivar Fjeldheim: „Mit Blick auf die Zukunft sind wir davon überzeugt, dass die Kombination aus fortschrittlicher Automatisierung und präventiven Sicherheitskonzepten die nächste Generation von Lagerlösungen prägen wird. Mit zunehmender Verdichtung der Systeme und ihrer wachsenden Bedeutung für den Geschäftsbetrieb werden Resilienz und Betriebskontinuität ebenso wichtig sein wie Effizienz.“

Ingunn Haraldseid: „Partnerschaften, datengestützte Tests und ein tieferes Verständnis von Risiken werden für diese Entwicklung entscheidend sein. Lösungen wie die Sauerstoffreduzierung sind ein gutes Beispiel dafür, wie Innovationen im Brandschutz neue Möglichkeiten eröffnen können, anstatt lediglich bestehende Risiken zu bewältigen.“

Ivar Fjeldheim: „Letztendlich ist es unser Ziel, Kunden bei der Realisierung von Systemen zu unterstützen, auf die sie über Jahrzehnte hinweg vertrauen können – Systeme, die nicht nur Platz und Leistung optimieren, sondern auch ein Höchstmaß an Sicherheit und langfristiger Zuverlässigkeit bieten. Daher freuen wir uns darauf, unsere erfolgreiche Zusammenarbeit mit WAGNER fortzusetzen und weiter zu stärken.“

Dirk Band: Leitung Vertrieb

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Automatisierte Lagersysteme sind auf maximale Effizienz ausgelegt, doch ihre Verfügbarkeit ist ebenso wichtig wie ihre Leistung. Lassen Sie uns gemeinsam erörtern, wie vorbeugender Brandschutz einen Mehrwert für Ihr automatisiertes Lagerprojekt schaffen kann.

Dirk Band

Bereichsleitung Vertrieb

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